♥ Lese Empfehlung ♥

Veronika Serwotka ist hier ein absolut gelungener Auftakt für ihr High Fantasy Werk geglückt. Ihr fesselnder Schreibstil und die lebensnahen Charaktere machen dieses Buch zu einem rundum begeisternden ersten Band. Die Idee ist nicht nur toll, sondern wurde auch sehr gut umgesetzt. Ich freue mich schon sehr darauf, mehr von dieser Autorin lesen zu dürfen!

Donnerstag, 16. November 2017

Die Sache mit der Bewertung, oder wenn das Buch dann doch nicht so gut war ...

Vielleicht bin ich ja alleine damit, aber ich muss es in jedem Fall los werden ^^

Vor einiger Zeit ist es mir zum ersten Mal so ergangen, dass ich ein Buch gelesen habe, dann habe ich es mir durch den Kopf gehen lassen und anschließend die Rezension dazu verfasst.

Nun habe ich mich einen Tag später mit einer lieben Freundin darüber unterhalten. Sie hatte das Buch auch erst kürzlich gelesen. 
(Das Buch wird nicht genannt, um keine negative Beeinflussung auszulösen^^)

Da passierte Folgendes:
Klein Teja bemerkte Dinge. Jawohl, Dinge. Und zwar solche, die meine Bewertung eigentlich negativ beeinflusst hätten - oder hätten sollen ...

Nun liegt es nicht an der Freundin, sie hat nicht auf mich eingewirkt, nein. Wir haben uns schlicht über die Handlung unterhalten und während des Gesprächs vielen mir immer mehr Logikbrüche auf. Fiese Logikbrüche, die mir während des Lesens nicht gewahr gewesen sind.

Nun habe ich die Rezension aber bereits geschrieben. Eigentlich bin ich der Meinung, dass sie nun so stehen bleiben müsste, wie damals von mir verfasst. 

Wie seht Ihr das?

Ich möchte es in etwa mit einem Buch vergleichen, dass ich vor einigen Jahren gelesen habe. Ich war damals jünger, nahm es anders wahr. Nur weil ich dem heute vielleicht entwachsen bin, kann ich doch die ursprüngliche Rezension nicht ändern und meine frühere Bewertung entsprechen herabsetzen, oder?

Allerdings entspricht die Rezension des oben gemeinten Buches jetzt auch gar nicht meiner aktuellen Meinung ...

Ihr seht, ich befinde mich in einer Zwickmühle wie aus dem Bilderbuch.(Hier dürft Ihr euch gern ein resigniertes Schulterzucken vorstellen^^)

Ich werde sie wohl so belassen, denn aus dem Moment heraus habe ich es ja so empfunden. Es schmeckt mir zwar nicht, aber alles andere fände ich irgendwie unfair.

Und außerdem, was soll der Autor/ die Autorin von mir denken? 
Da kommt dann sicher so etwas wie:
"Don't write and drink" oder "Ihre wirre Stunde kam, immer wenn sie Pillen nahm"

Nee, nee. Lieber nicht. ;)

Ich könnte es nun darauf schieben, dass ich echt krank war. War ich wirklich! Aber daran kann es nicht liegen. Es war ja auch das erste Mal, dass mir eine Bewertung im Nachhinein nicht mehr schmeckt.

Es war auch ein Experiment. Ich lektoriere ja auch und nehme in Folge dessen alles zu genau auseinander. Werbung, Radio, Film - egal. Alles! Hier habe ich bewusst versucht, das Hirn mal auf Pause zu stellen. Ich wollte nur lesen - "normal" lesen. Na das Experiment ging dann wohl gründlich nach hinten los ;)

Meine ganze vergangene und zukünftige Arbeit werde ich deshalb auch nicht in Frage stellen. Doch mich würde brennend interessieren, wie Ihr Euch verhalten würdet, wenn Ihr an meiner Stelle wärt. Oder ist Euch so etwas sogar schon passiert?

Ich würde mich freuen, wenn wir uns ein wenig darüber austauschen würden - nett und lieb, das versteht sich ;)

Alles Liebe
Eure Gwynny (Teja)

Kommentare:

  1. Huhu, das kommt mir bekannt vor ;) aber im nachhinein ändern mache ich auch nicht. Du kannst aber, wenn es um ein Buch geht als du jünger warst, eine rezi unter die erste schreiben, mit dem Standpunkt deines jetzigem alters, sowas ist interessant und gibt den Geschmack der Zielgruppe wieder. Manche Bücher werden eben von jüngeren Lesern besser empfunden als von älteren. Ich finde es interessant nach Jahren dann zu merken, "oh heute mag ich die Geschichte gar nicht mehr so" das zeigt dass wir uns verändern :)
    Liebe Grüße
    Kati

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    1. Hallo Kati,
      das wäre natürlich auch mal intressant 🤔

      Bei Büchern die länger her sind, habe ich gar nicht das Bedürfnis etwas zu ändern. Schließlich habe ich es damals ja so empfunden. Da kann ich also gut mit Leben 😉

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  2. Guten Morgen!

    Oh ja, das kenne ich auch.
    Bei älteren Büchern ist es ja "normal", man verändert sich und so auch die Sicht auf die Bücher bzw. die Geschichte.

    Aber auch bei frischen Rezensionen geht es mir manchmal so. Allerdings hab ich meistens 1 - 2 Wochen zwischen dem, dass ich sie tippe und dem Zeitpunkt, an dem ich sie veröffentliche, kann da also noch ein bisschen was verändern.
    Das mache ich mittlerweile aus genau dem Grund wie du es sagst - wenn man ein paar Nächte drüber geschlafen hat, kann das Gefühl ein ganz anderes sein als direkt danach. Wobei ich es nicht schlimm finde, auch dieses direkt nach dem Lesen Gefühl in der Rezi wiederzugeben!
    Aber auch aus dem Grund, da ich meine Beiträge doch einige Zeit vorausplane und deshalb sich das so eingespielt hat ^^

    Ich würde jetzt jedenfalls die Rezension so lassen, außer es liegt dir wirklich sehr am Herzen, dann kannst du ja noch einen Absatz drunter schreiben mit dem Gefühl, was dir nach ein paar Tagen aufgefallen ist.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Es ist das erste Mal, dass ich so unzufrieden bin. Daher bewerte ich mal nicht über und lasse es auch so stehen. Man muss ja auch mal so etwas erlebt haben 😅

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  3. Also ich finde es vollkommen ok, wenn man mit etwas Abstand oder durch den Einfluss eines anderen Lesers/Leseeindruck seine Meinung überdenkt. Aber ändern würde ich die Rezension deswegen nicht.
    Sie spiegelt Deine Meinung zum Zeitpunkt des Lesens wider, und genau darum geht es ja bei einer Rezi. Nicht um den Eindruck nach einigen Diskussionen oder nach Wochen des analysierens... sondern was habe ich gefühlt, als ich das Buch gelesen habe...
    Die Idee von Kati finde ich Klasse, als Kommentar darunter den Eindruck mit etwas Abstand zu schreiben...
    Aber nicht abändern. Dann müßte man sicher viele Bücher nach einigen Jahren neu rezensieren, weil sie mit etwas mehr Lebenserfahrung oder in anderen Lebenssituationen sich ganz anders auf mein Empfinden auswirken....

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    1. Danke für Dein Feedback! :)
      Ich überlege noch, aber ich denke ich lasse es so. Aber ich finde es sehr genial, wie lieb Ihr alle kommentiert! ♡ Austausch ist in einem solchen Fall einfach toll :)

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  4. Hallo! :)

    Ich finde deinen Post richtig gut! Denn auch ich hab schon öfter über dieses Thema gegrübelt und eine Rezension zu bearbeiten begonnen, es dann aber doch gelassen. Ich kann mich zum Beispiel noch gut erinnern, als ich vor Jahren die Selection Reihe im Original gelesen habe. (Da wurde Band 1 gerade erst im englischsprachigen Raum veröffentlicht und war quasi noch ganz frisch) Damals hat sie mir richtig gut gefallen, doch wenn ich jetzt zurück schaue, würde ich keine volle Punktzahl mehr vergeben. Ändern will ich das aber dann auch irgendwie nicht mehr, weil es sich irgendwie falsch anfühlt.

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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    1. Danke! :)
      Also manch ein Buch würde heute statt 5 sicher nur noch 2 Zahnrädchen erhalten - man entwickelt sich halt weiter. So soll es aber auch sein ❤

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  5. Hallo Teja,

    ich glaube, das kennt jeder.
    Anfang des Jahres habe ich ein buch gelesen und war völlig begeistert. Meine Freundin liest es und fragt mich: Sag mal, was ist denn mit Person xy gewesen. Da hat man gar nicht erfahren, wie es ausging. Ups. Ist mir nicht aufgefallen.

    Passiert mir manchmal auch, wenn ich Rezensionen lese. Daher mache ich es oft so, ich schreibe meine Rezension und dann lese ich auf amazon... was denn die anderen so geschrieben haben. Und hin und wieder kommt es vor, dass ich denke: Ach guck mal, den Aspekt habe ich gar nicht gesehen.

    Wie wir wann was wahrnehmen, hängt von so vielen Faktoren ab.

    Ob Du es nun ändern willst, zB einen Nachtrag schreiben möchtest, würde ich davon abhängig machen, was DIR wichtig ist.
    Falls der Autor es überhaupt mitbekommt, kannst Du es ihm doch gut erklären. Man hat halt keine statische Meinung und das ist ja letztlich gut so.

    Liebe Grüße
    Lilly

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    1. Mir war es in der Hauptsache wichtig, mich mit anderen darüber auszutauschen. Denn ich schreibe mit Überlegung und Emotion. Beides hat hier auch Anklang gefunden. Aber dadurch, dass ich mein lektorisches Hirn außen vor lassen wollte, ist es mir wohl so ergangen. ^^

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  6. Halli hallo,

    das kann natürlich immer mal passieren, ist aber wahrscheinlich nicht oft der Fall. Aus deiner damaligen Lesesicht, stimmt deine Rezi ja. Deshalb sehe ich sie nicht als falsch an.

    Wenn es dich aber ganz arg fuchst, dann wäre mein Vorschlag folgender, denn so würde ich es machen:
    Ich würde ein EDIT einfügen, am Ende der Rezi, das Datum eintragen und meine geänderte Meinung aufschreiben, wie was und warum und auch eine neue, zusätzliche Bewertung vergeben.

    Wünsch dir ein schönes Wochenende,
    GlG vom monerl

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    1. Ich denke, da müsste ich bald alle Rezensionen überarbeiten, die älter sind als ein Jahr xD Darum lasse ich alles so. Man sieht ja, wann ich die einzelnen Beiträge verfasst habe, darum bin ich fein damit :)

      Dir auch ein schönes Wochenende :)

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  7. Hallo Teja,
    den Vorschlag von monerl, ein EDIT einzufügen, finde ich ebenfalls gut und machbar, denn auch eine Blogger-Rezi muss ja nicht in Stein gemeißelt sein. Was du allerdings auch machen könntest, ist, der Autorin ein persönliches, ehrliches Feedback zu geben, worin du ihr deine Kritikpunkte mitteilst. Manche Autoren sind super dankbar für sowas, andere jedoch können (leider) aber auch mit sowas gar nicht umgehen.

    Liebe Grüße
    Susanne

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    1. Ach liebe Susanne :)
      Die relevanten Dinge sind bereits mitgeteilt worden, damit es für die kommende Auflage geändert werden kann ;)

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  8. Hallo,
    Diesen Effekt haben auch viele Schriftsteller mit ihren eigenen Werken. Deswegen ist es sehr sinnvoll sich einige Testleser-Meinungen einzuholen, um die Geschichte auch aus einem anderem Blickwinkel zu erfahren.
    Mir selbst ist es wichtig, dass mich das Buch beim Lesen mitgerissen hat, und ich bei Unterbrechungen (Mittagessen, Arbeiten, Familie, etc.) es kaum erwarten kann das Buch weiterzulesen. Wenn dann im Nachhinein (z.B. im Gespräch, wie bei Dir) Zweifel aufkommen ändert dies ja nicht meine Lese-Erfahrung, die ich gemacht habe.
    Ich kann Susanne zustimmen, das ein Edit oder angefügter Kommentar mit dieser Erfahrung an die Ursprüngliche Rezension durchaus angebracht sein kann. Letztendlich muss sich jeder Leser ohnehin selbst eine Meinung bilden.

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    1. Hallo Frank,

      Ich gebe Dir recht. Wenn es beim Lesen selbst ok war, dann im Nachhinein eine schlechtere Bewertung abzugeben finde ich unfair. Aber ich finde es so spannend wir Ihr alle darüber denkt. Es macht wirklich Spaß sich so offen auszutauschen.

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