♥ Lese Empfehlung ♥

Veronika Serwotka ist hier ein absolut gelungener Auftakt für ihr High Fantasy Werk geglückt. Ihr fesselnder Schreibstil und die lebensnahen Charaktere machen dieses Buch zu einem rundum begeisternden ersten Band. Die Idee ist nicht nur toll, sondern wurde auch sehr gut umgesetzt. Ich freue mich schon sehr darauf, mehr von dieser Autorin lesen zu dürfen!

Mittwoch, 25. Oktober 2017

REZENSION: "Der Alchemist von London" von Jeanette Winterson aus dem Berlin Verlag

„Es gibt alles“, sagte John Dee. 
„Man muss es nur finden.“
Zitat aus „Der Alchimist von London“


Das Buch „Der Alchemist von London“ von Jeanette Winterson erschien erstmals 2009 unter dem Titel „The battle oft the Sun“ bei Bloomsbury Publishing und 2010 in Deutsch bei Berlin Verlag. Derzeit ist es zu Deutsch nur als Hardcover und gebraucht zu bekommen. Nur in der englischen gibt es das Buch als Print und eBook.


Eine sprachliche Besonderheit. Niedlich und doch ernst konfrontiert diese Fantasy mit der Gier des Menschen und der Notwendigkeit des Selbstvertrauens.


Die Hitze verschlägt Jack den Atem. Im Labor des Magiers lodert ein mächtiges Feuer, zwei Jungen betätigen einen überdimensionalen Blasebalg. Gefäße mit Köpfen und Gliedmaßen darin reihen sich auf den Regalen, in den Reagenzgläsern brodelt es. Der Magus wirft eine Handvoll Staub ins Feuer, und plötzlich erscheint seine Vision einer goldenen Stadt: London Bridge, St. Pauls Kathedrale, die Themse - alles aus Gold. Der dunkle Magus ist seinem Ziel so nah wie nie. Allein die Kräfte des Auserwählten Jack fehlen ihm, um seinen heimtückischen Plan in die Tat umzusetzen. Mit seinem untrüglichen Gespür für Gut und Böse stellt sich Jack dem Magier entgegen. Doch wird er den bösen Alchemisten aufhalten und London retten können? Mit jeder Zeile dieses Buches stellt Jeanette Winterson ihre Lust am Erzählen unter Beweis: Der Alchemist von London ist ein Feuerwerk ihrer Fabulierkunst und ihrer unbändigen Fantasie.


Bei diesem Buch handelt es sich um ein sprachliches Kleinod. Einen solchen Stil muss man sicher mögen und er ist nicht für jeden Leser geeignet, ich selbst mag aber diese wunderschöne und blühende Erzählung. Die Autorin hat oft kurze und dafür aussagekräftige Sätze. Dann wieder etwas länger und oft hat sie ausführliche Aufzählungen, doch bei dieser Geschichte stört das nicht. Es gehört zu ihr, als Teil der Atmosphäre. Dieses Buch folgt seiner eigenen sprachlichen Melodie – und ich fand sie wunderbar.

Für mich las es sich flüssig und vor allem sehr zügig. Ich warne jedoch davor, das Buch als seichte Lektüre für zwischendurch hernehmen zu wollen. Dafür eignet es sich nicht. Man muss schon seinen Kopf einschalten und eventuell auch mal zwischen den Zeilen lesen. Der Stil ist anspruchsvoll und die Thematik ernst, auch wenn sie liebevoll in die Fantastik eingewickelt ist. Die Gier des Menschen wird sein Untergang …

Der Protagonist ist erst 12 Jahre alt und ich frage mich noch immer, ob ich das Buch als Jugendbuch einstufen möchte. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass Erwachsene oft anders lesen und die Dinge anders nehmen als Kinder. Darum denke ich, dass 12 ein gutes Alter ist, um dieses Buch zu lesen. Auch wenn die Kinder sich heutzutage leider sicher mit der Sprache schwertun, die dann doch gehobener ist, als das Umgangsdeutsch der heutigen Zeit ;)

Die Charaktere sind hier einzigartig und anders. Jack ist für sein Alter doch sehr reif, jedoch nicht übertrieben. Die Leute um den Magus herum haben alle ihre Eigenheiten und sind eher speziell ;) Am liebsten mochte ich neben Jack den kleinen Crispis und den Drachen – aber lest selbst, weshalb das so war. ;)


Eine wundervolle Geschichte, die den Deckmantel der Fantastik hernimmt, um die Gier des Menschen und die Notwendigkeit des Vertrauens in sich selbst aufgreift. Der bezaubernde Schreibstil der Autorin hat ihr Übriges dazu beigetragen, mich für diese Geschichte zu begeistern.


Hier gibt es 5 von 5 Zahnrädchen.
©Teja Ciolczyk, 25.10.2017

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