♥ Lese Empfehlung ♥

Veronika Serwotka ist hier ein absolut gelungener Auftakt für ihr High Fantasy Werk geglückt. Ihr fesselnder Schreibstil und die lebensnahen Charaktere machen dieses Buch zu einem rundum begeisternden ersten Band. Die Idee ist nicht nur toll, sondern wurde auch sehr gut umgesetzt. Ich freue mich schon sehr darauf, mehr von dieser Autorin lesen zu dürfen!

Mittwoch, 18. Oktober 2017

REZENSION: "Der Schattenesser" von Kai Meyer aus dem Blitz Verlag


Der Mann Josef blickte aus der Dachluke der Altneu-Synagoge
 über die Giebel der Judenstadt und wartete, 
dass der Vogel Koreh zu ihm sprach. 
Der Mann Josef lauschte oft auf seine Stimme. 
Es war die einzige, die er hörte.

Zitat aus „Der Schattenesser“ von Kai Meyer




Das Buch „Der Schattenesser“ von Kai Meyer ist erstmals 1996 erschienen. 2017 gab es im Blitz Verlag eine limitierte und signierte Neuauflage von 333 Exemplaren als Hardcover. In meinem Besitz befindet sich Nr. 230.


Eine gelungene Interpretation der Baba-Jaga im Prag des 17. Jahrhunderts. Unheimlich, grausam, schockierend, anspruchsvoll.


Prag im Dreißigjährigen Krieg: Söldner halten die Stadt besetzt, Raub und Hinrichtungen sind an der Tagesordnung. Auf der Suche nach dem Mörder ihres Vaters begegnet Sarai, Adeptin der Alchimie, einem unheimlichen Wesen, das den Menschen ihre Schatten und Seelen raubt. Eine fantastische Jagd durch das magische Prag beginnt.

Aus Gassen und Hinterhöfen treten bizarre Gestalten ans Licht. Sarai begegnet dem Meister des Schattentheaters - dem unsterblichen Leander Nadeltanz - und Kaspar, der lebenden Kanonenkugel. Der Golem erwacht in seiner Gruft auf dem Speicher einer Synagoge. Ein verrückter Papiermacher schafft Knochenfrauen aus Pappmaché, und durch die Ruinen Böhmens reitet die Baba Jaga in ihrem Hexenhaus auf Hühnerbeinen.

Inmitten ausbrechender Pest und blutiger Pogrome nimmt Sarai den Kampf gegen den Schattenesser auf - und muss erkennen, dass ihr der wahre Blick in den Abgrund von Mythos und Wahn erst noch bevorsteht.


Mein erstes Buch von diesem, doch sehr bekannten, Autoren. Und was soll ich sagen? Er ist meiner Meinung nach zurecht so beliebt wegen seiner Schreibkunst.

Diese Geschichte ist einfach viel mehr, als ich mir erhofft hatte. Ich liebe die Mythen und Märchen rund um Baba Jaga – nicht alle sind fröhlicher Natur. Und das Cover zusammen mit dem Hinweis auf diese „Hexe“ hat mich schnell dazu bewogen, das Buch zu bestellen.

Erwartet habe ich fast eine Art Märchenadaption, nur düsterer. So ähnlich vielleicht wie bei Daniela Winterelds „Der geheime Name“. Aber mitnichten!

Wir haben hier eine ganz eigenständige Geschichte, in der die Baba-Jaga eine, für mich neue, Rolle einnimmt. Oft ist man sich nicht sicher, ob die Charaktere nur an Einbildungen leiden, oder ob das alles Wirklichkeit für sie ist. Fast zum Schluss wurde ich dann von Kai Meyer noch auf einen Irrweg geschickt – ich war kurz enttäuscht und dachte, der gruselige und schockierende Faktor hätte sich in Wohlgefallen aufgelöst. Doch er hat mir ein Schnippchen geschlagen – es kam dann doch unerwartet anders. ;)

Der Autor hat mich auf eine zum Teil grausame, unheimliche und verwirrende Reise in das Prag des 17. Jahrhunderts geschickt. Und sie hat mich in ihren Bann gezogen. Die Charaktere sind greifbar, die Atmosphäre versetzt mich in die Judenstadt – mitten zwischen die Pestopfer. Ob ich mich beim Lesen wohlgefühlt habe? Sicher nicht immer – und ich denke, genau das hat Kai Meyer aber auch beabsichtigt.

Was ich unbedingt noch erwähnen möchte, ist wie wortgewaltig der Autor diese Geschichte zu Papier gebracht hat. Es ist eine durchaus anspruchsvolle Lektüre, bei der ich mich während des Lesens mal wieder konzentrieren musste. Für mich bedeutet das in diesem Fall höchste Qualität :)


Mein erstes Buch von Kai Meyer und ich bin wirklich begeistert. Das Buch hat mich positiv überrascht und mir mehr geschenkt, als ich gehofft hatte. Wer gern ein wenig Geschichte mit Fantastik liest ist hier sicher auf dem richtigen Weg. Es ist aber auch ernst, unheimlich, schockierend und schön. Sicher nicht mein letztes Buch von Kai Meyer!


Hier gibt es 5 von 5 Zahnrädchen.
©Teja Ciolczyk, 18.10.2017

Freitag, 13. Oktober 2017

BLOGTOUR: "Agathe und der Rat der Sieben" von Katrin Lachmann / Eine Geschichte - 3 Themen - 3 Tage



Herzlich willkommen zu Katrin Lachmanns Blogotur!! 


Es hat lange gedauert, doch endlich hat ihr Buch "Agathe und der Rat der Sieben" ein schönes zu Hause im Masou Verlag gefunden und kann auch endlich bei auch Dir einziehen! :)

An den vergangenen beiden Tagen konntest Du schon viel über die Steine und die Autorin selbst erfahren. Auch heute gibt es noch weitere Beiträge zu der Geschichte hinter der Geschichte.

Am Ende meines Beitrags findest Du dann noch mal alle teilnehmenden Blogs :)

Natürlich kannst Du auch etwas gewinnen! Wie das funktioniert und was Du gewinnen kannst, findest Du ebenfalls weiter unten.

Bei mir geht es heute darum, ob wir uns ein Leben in einer so ganz anderen Welt vorstellen können. Was ist anders, vielleicht sogar besser? Was hält uns davon ab, auf was wollen wir auf keinen Fall verzichten? 

Hast Du Lust mit mir auf eine Reise in die Fantasie zu gehen und mit mir herauszufinden, ob wir in dieser anderen Welt leben könnten? Auf geht`s! ;)


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Zwei Welten. Zwei Arten zu leben.
Und Du mittendrin!

Stell Dir nur mal vor, Du könntest in eine andere Welt eintauchen. Einfach so. Ein waschechtes Abenteuer und nichts für schwache Nerven – denn alles wäre nicht so wie zuhause!

Dort leben die Menschen anders. Es gibt andere Sachen zu essen, die Leute gehen anders miteinander um und leben ganz anders – vielleicht gibt es ja sogar Magie?
Fotomaterial von Katrin Lachmann

Na klar hast Du hier zu Hause die Technik, vielleicht ein Handy, die Playstation oder einen PC. Aber dafür sind auch die Straßen schmutzig, überall fahren Autos und wenn Du Dich im Wald verläufst, weißt Du wahrscheinlich nicht, was Du essen darfst und was nicht.

In der Welt, die Du besuchen dürftest, geht es da schon anders zu. Du müsstest zwar jeden Tag mit anpacken, aber dafür würdest Du dich mit allen Pflanzen auskennen, mitten in der Natur leben. Doch es würde Dich nicht stören. Nicht mal, wenn eine Spinne in Deinem Zimmer sitzen würde ;) Immerzu könntest Du dich draußen aufhalten, müsstest weder Angst vor fahrendes Autos, noch vor fremden Menschen haben. Denn alle leben in Frieden miteinander.

Wie hört sich das für Dich an? Sicher erst mal befremdlich und vielleicht sagst Du jetzt: „Ohne meine PS4 – ohne mich. Ich bin doch nicht verrückt!“
Bild gemalt von Andrea Kerlen

Aber denk noch mal nach. Wäre es nicht absolut genial, wenn Du wüsstest, wie Du in der Wildnis überleben kannst? Wenn Du bei einem aufgescheuerten Knie sofort wüsstest, welche Pflanze die Schmerzen nimmt und dafür sorgt, dass kein Entzündung entsteht?

Vielleicht hast Du ja eine Lebensmittelallergie? Tja, in dieser Welt hättest Du damit sicher keine Probleme. Denn hier gibt so etwas nicht. Und Du könntest jeden Tag frisch gebackenes Brot essen. Ach ja, also ich fände das richtig klasse.

Oder würdest Du es gleich total daneben finden und zu Hause bleiben? Kein Abenteuer riskieren?

Ich weiß ja auch nicht, ob ich das machen würde. Aber die Aussicht auf das Leben in der anderen Welt, das würde mich schon brennend interessieren! Wie sieht es aus, nehmen wir den Mut zusammen und tauchen ein in ein Leben mit der Natur? Auf geht’s! ;)

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Was gibt es zu gewinnen?
Ihr könnt heute bei mir ein eBook von "Agathe und der Rat der Sieben" von Katrin Lachmann gewinnen!




Wie kann ich am Gewinnspiel teilnehmen?
Alles, was Du dafür tun musst, ist mir unter diesem Beitrag in den Kommentaren die folgende Frage zu beantworten:

Würdest Du in der anderen Welt leben wollen? Und was ist der Grund für Deine Entscheidung?



Teilnahmeregeln 
* Teilnahme am Gewinnspiel ist erst ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis der Eltern 
* Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden 
* Ein Anspruch auf Barauszahlung des Gewinns besteht nicht 
* Der Rechtsweg ist ausgeschlossen 
* Bitte darauf achten eine Mail Adresse zu hinterlassen oder sich im Gewinnfall innerhalb einer Woche zu melden, denn sonst verfällt der Gewinn! 
* Das Gewinnspiel läuft bis 14.10.2017 um 23:59 Uhr 
* Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt am 16. Oktober 2017



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Hier findet Ihr alle teilnehmenden Blogs in der Übersicht:

• Königreich der Bücher https://koenigreichderbuecher.blogspot.de/
• Miss Norges Bøker-Welt http://missnorges.blogspot.de/
• Naddisblog http://naddisblog.de/
• Unsere Büchereckeblog http://unserebuechereckeblog.blogspot.de/
• World of Books and Dreams http://worldofbooksanddreams.blogspot.de/

Sonntag, 8. Oktober 2017

REZENSION: "Die Drachen von Talanis: Blue Scales" von Katharina v. Haderer aus dem Drachenmond Verlag


Jemand schlingt seine Arme um mich. Es ist Linda. 
Erst als sie mich ans sich drückt und wir einander umarmen, 
bemerke ich, dass wir beide weinen. 
Die Tränen tränken die Nackenbeuge der jeweils anderen.

Zitat aus „Blue Scales“ von Katharina v. Haderer




Das Buch „Die Drachen von Talanis: Blue Scales“ von Katharina v. Haderer ist erstmals im Oktober 2016 im Drachenmond Verlag erschienen. Es ist als Print und eBook erhältlich. Band 2 „Green Scales“ ist nun auch erhältlich.


Familienfehden, Macht und Intrigen. Vor einer gelungenen, asiatisch wirkenden Kulisse zwischen Gestaltwandlern und Drachen.


»Ich träume von Wölfen. Mit hechelnden Zungen graben sie die Nasen in die Erde und suchen den Boden nach mir ab. Schwarze Schatten gleiten durch die Nacht, gelbe Augen leuchten wie die Verdoppelung des Himmelsgestirns auf. Egal wohin ich gehe Augen. Sie schließen sich, ich stehe in der Finsternis.«

Ein Rudel wölfischer Gestaltenwandler ist in die Stadt gekommen, um eine alte Rechnung zu begleichen: Der Alpha-Wolf will der Familie Song ihren Platz in der Hexade streitig machen - dem Rat aus sechs Familien, die die moderne Stadt Poschovar unter sich aufgeteilt haben.

Nie hätte die 18-jährige (Christine) Christie Song gedacht, dass sie eines Tages in die Belange der Familie hineingezogen werden würde. Doch die Wölfe richten ihre Aufmerksamkeit auf das vermeintlich schwächste Familienmitglied, das - als außereheliches Kind - wohl kaum deren mächtige magische Fähigkeiten geerbt haben kann. 
Unversehens findet sich die junge Frau in einem gewaltsamen Konflikt wieder, mit dem sie nichts verbindet als ihr Familienname. Ihre einzigen Waffen gegen den Feind: Ihre Sturheit, ein Polo-Schläger und die seltsamen, blauen Schuppen an ihren Schultern, die einen Hinweis auf ihren leiblichen Vater geben ...


Für diese Rezension musste ich mir Zeit lassen. Es hat lange gedauert, ehe ich mir sicher war, wie viele Zahnrädchen ich vergeben soll. Eigentlich bin ich immer noch nicht einverstanden. Da grübele ich wieder mal, ob diese Art der Bewertung nicht oft zum Nachteil gereicht…

Genug von mir, ab zum Buch ;)
Zu Beginn hatte ich ein wenig Probleme in den Stil der Autorin zu finden. Doch was mich anfangs gestört hat, machte mir dann sogar Spaß. Das Buch lässt sich durch die relativ kurzen und prägnanten Sätze auch sehr zügig lesen. In spannenden Phasen muss man dann aber auch hinterherkommen. Ist mir durchaus gelungen, aber war dann fast schon zu schnell für mich. 

Die Geschichte, obwohl sie ruhig begonnen hat, konnte mich gleich für sich einnehmen. Ich liebe die alten Mythen und Sagen aus dem asiatischen Bereich. Ich bin sicher kein Profi dafür, aber ich lasse mich gern verzaubern. Hier ist es Katharina v. Haderer sehr gut gelungen, die Familiengeschichte mit der Fantasie in Einklang zu bringen. 

Es hat mir gut gefallen, wie sie mir als Leserin die eigenständige Welt rübergebracht hat, als sei es eben das Normalste von der Welt, nicht etwa fiktiv. Alte Drachenfamilien, Felide, Gestaltwandler und das alles vor uralten Traditionen und Bräuchen. Da kann man aus dem Alltag so richtig gut abtauchen ;) 

Die Charaktere waren ein Meisterstück in diesem Buch. Die einzelnen Verhärtungen, runtergeschluckte Tatsachen und wie sich all das auf die Betroffenen auswirkt. Die Gefühle der Protagonistin Christie und wie sie sich innerhalb der Familie bewegt, war für mich authentisch und hat die Geschichte belebt. 

Die Atmosphäre ist hier schlicht der Hammer. Was mich am meisten begeistert hat, war das Gefühl beim Lesen. Denn die Sache mit Familienstreitigkeiten und Machtgehabe sind nicht neu. Aber wie die Autorin sie für mich verpackt hat, das ist etwas Besonderes.


So, nun zu meinem Kreuz bei dieser Rezension… ich bin unsicher ob 4 oder 5 Zahnrädchen. Es gab Kritikpunkte, die gab es aber auch schon woanders. Und nun grüble ich wieder…

Ok, habe eben meine Rezension noch mal durchgelesen, bei so viel Lob kann ich keine 4 vergeben, es müssen also 5 Zahnrädchen her, oder wie seht Ihr das? ;) Gut, damit kann ich leben. ^^

Diese Geschichte überzeugt nämlich mit der gekonnt in Szene gesetzten Stimmung und ihrer „Normalität“, die dazu führt, dass man sich als Leser in die Geschichte integriert und von ihr begeistern lässt.


Hier gibt es 5 von 5 Zahnrädchen (und zwar sicher^^)
©Teja Ciolczyk, 06.10.2017

Freitag, 6. Oktober 2017

REZENSION: "Agathe und der Rat der Sieben von Kathrin Lachmann aus dem Masou Verlag


»Das Erbe verändert sich stetig, bis nur Böses übrigbleibt.
Euer Wissen, Glaube, Erfahrung und die nicht Dazugehörige können euch helfen. 
Die nicht Dazugehörige hat etwas Wertvolles. 
Ihr müsst es ihr nehmen, aber nur einen kleinen Teil, 
sonst stirbt sie. Gebt es den Veränderten. 
Dann ist die Angst besiegt.«

Zitat aus Agathe und der Rat der Sieben von Katrin Lachmann




Das Buch „Agathe und der Rat der Sieben“ von Katrin Lachmann wird im Oktober im Masou Verlag erscheinen. Es wird als eBook und Print erhältlich sein. Derzeit handelt es sich um ein Einzelband.


Eine bezaubernde Fantasy Geschichte für Leser ab ca. 10 Jahren, die auch mein erwachsenes Herz erobert hat.


Das Schuljahr geht zu Ende und Agathe befürchtet, dass ihr wieder unendlich langweilige Ferien bevorstehen. Zurecht nennt sie ihr Bruder Aschenputtel, denn so fühlt sie sich in der Gegenwart der Mutter und des Bruders.
Das Blatt wendet sich für Agathe, als sie auf Ral trifft. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt sie sich bedeutend und geliebt. Allerdings umgibt Rals Familie ein großes Geheimnis und mittendrin findet sich Agathe wieder. Zusammen mit Ral versucht sie das Geheimnis zu lüften und geht damit ein großes Wagnis ein.
Wird ihre Suche von Erfolg gekrönt sein? Mit welchen Widrigkeiten müssen sie kämpfen? Begleite die beiden auf ihrem Abenteuer.


Katrin Lachmann hat mir ihrer Art zu erzählen genau den richtigen Ton getroffen, um sowohl Erwachsene als auch jugendliche Leser anzusprechen – und sie erreicht uns Leser. Sie hat einen wunderbar leichten Stil, der sich flüssig lesen lässt und weder zu anspruchsvoll, noch stupide ist.

Der romantische Anteil wird es bei den jüngeren Lesern wohl eher bei den Mädchen schaffen, Anklang zu finden. Aber das ist auch gut so, denn es geht um ein starkes und schon ziemlich gefestigtes, 12 Jahre altes Mädchen.

Agathe ist in manchen Dingen schon sehr überlegt und ich habe mich bisweilen gefragt, ob sie nicht zu reif ist. Aber je mehr ich über mich in dem gleichen Alter nachgedacht habe und verglichen habe, was mein 4 Jahre alter Sohn schon so erzählt, umso mehr bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Agathe absolut authentisch ist. Auch ich habe mich in ihrem Alter das erste Mal verliebt und sehr viel gründlicher nachgedacht, als die Erwachsenen es mir zugestanden haben.

Die Atmosphäre ist magisch und zwischen den Zeilen gibt sie uns den Wink, die Natur mehr zu achten und genügsamer zu sein. Eine Botschaft, die in diesem Alter viel intensiver gelehrt werden sollte. Das ist ebenso ein Grund, weshalb mir dieses Buch so gut gefallen hat.


Insgesamt hat Katrin Lachmann den Spagat zwischen den Generationen gekonnt gemeistert und ihre Geschichte so erzählt, dass alle dieses bezaubernde Buch in vollen Zügen genießen können. Ich werde mir das Buch in jedem Fall auch als Print ins Regal stellen. Es gibt zu wenige schöne Geschichten, da muss diese bei mir einziehen!


Hier gibt es 5 von 5 Zahnrädchen
©Teja Ciolczyk, 21.09.2017

Mittwoch, 4. Oktober 2017

REZENSION: "Die dunkelbunten Farben des Steampunk" aus dem Art Skript Phantastik Verlag


Hier ist der Name der Anthologie nicht nur 
treffend und interessant – er ist auch Programm und Kür.


FAKTEN
Die Anthologie (Kurzgeschichtensammlung) „Die dunkelbunten Farben des Steampunk“ ist im März 2015 im Art Skript Phantastik Verlag erschienen. Man kann es als eBook und Print erstehen. Ich habe eines der letzten Exemplare, die noch bunt gedruckt worden sind. Die neue Auflage ist standardmäßig in Schwarz gehalten.

SCHREIBSTIL
Es ist enorm, mit was für einer Vielfalt diese Anthologie aufwarten kann. So unterschiedlich wie ihre Autoren sind auch die Geschichten. 

Eines haben sie fast alle gemeinsam. Man könnte sie einfach lesen und die Elemente des Steampunk, verbunden mit der herrlichen Fantastik genießen – man kann aber auch, und das habe ich getan, zwischen den Zeilen lesen. Hier offenbart sich erst, was für tiefgründige Gedanken, Abgründe und nicht allzu abwegige Zukunftsvisionen die einzelnen Autoren in ihren Geschichten verarbeitet haben. Genau das hat mich hier so gefesselt und fasziniert. 

Ebenso ist es großartig zu lesen, dass Steampunk keineswegs nur einseitig ist und wie viel schillernde Facetten er hat. Von Technik, Science-Fiction über Gestaltwandler, Vampire und Rauchfeen. Ein herrliches Sammelsurium der Literatur vereint unter einem Banner der Dampfmaschinen, Zahnräder und der zukunftvisionären Maschinerie des Steampunk.

Es gab keine Geschichte, die ich nicht mochte, jedoch gab es zwei, die mir als Lieblinge in Erinnerung geblieben sind:
  • "Erasmus Emmerich und der zinnoberrote Zinnsoldat" von Katharina Fiona Bode
  • "Archibald Leach und das Grauen in Orange" von Markus Cremer

Von diesen beiden Autoren muss ich unbedingt die Bücher haben, die auch beim Art Skript Phantastik Verlag erschienen sind! :)

ÜBERSICHT DER EINZELNEN GESCHICHTEN MIT ZITATEN UND KURZEN EINDRÜCKEN
Hier gebe ich Euch immer ein kleines Zitat zum Besten, dass für ich die Geschichte gut widerspiegelt, ohne zu spoilern. Mein Kurzeindruck ist immer das, was mir direkt nach dem Lesen durch den Kopf ging. Also vollkommen unverblümt für ;)

Silberne Augengläser von Detlef Klewer
Zitat
… „Vergiss nicht mich zu erinnern, Nikola mitzuteilen, dass er seinen Skarlarwellen-Strahler modifizieren soll. Liebe Zeit, er verschießt tatsächlich Todesstrahlen!“
Kurzeindruck
Taffe Frau auf Achse – Steampunk mit einer Prise Sci-Fi
___

Rosaroter Dampf von Stefanie Bender
Zitat
„Ich bin hier, um zu sehen, wie gut meine Erfindung funktioniert hat.“
Kurzeindruck
Steam-Fantasy trifft auf Unsterblichkeit – gruselig und zum Nachdenken anregend.
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Rot wie Teufelsatem von Corinna Schattauer
Zitat
„… Wir sind nicht böse. Wir sind nicht gut. Wir arbeiten nicht für irgendwelche Götter oder Teufel. Wir arbeiten für uns selbst …“
Kurzeindruck
Drogen und Dämonen – gute Mischung? Wer weiß …
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Erasmus Emmerich und der zinnoberrote Zinnsoldat von Katharina Fiona Bode
Zitat
„Wie hat er das wieder geschafft? Jetzt zerstört er schon Maschinen, die er gar nicht selbst gebaut hat.“
Kurzeindruck
Man muss Erasmus Emmerich einfach lieben – zerstreut, genial.
___

Archibald Leach und das Grauen in Orange von Markus Cremer
Zitat
„Eines Tages werden Sie erkennen, dass wir mit Stahl, Draht und Kohle nur Probleme schaffen und keine nicht lösen.“
Kurzeindruck
Archibald Leach - meine nächste Anschaffung. Hier in Botanik für Fortgeschrittene ;)
___

Helena Roth und die grasgrüne Seide von Isabelle Wallat
Zitat
„Wir kitzeln ihn mit Wattebäuschen, bis er erstickt.“
Kurzeindruck
Einmal mehr weiß ich, warum ich bestimme Kreaturen so gar nicht leiden kann – bääähhh!
___

Biggles Gespür für Moss von Andrea Bienek
Zitat
„Das bezweifle ich“, murmelte Johanna, drehte eine ihrer blonden Locken um den Finger, zog sie lang, schob sie sich zwischen die Lippen.
Kurzeindruck
Der Schein trügt öfter, als man denkt …
___

Marinikum Amethysta von Denise Milders
Zitat
Für einen Augenblick kam es Kar-August vor, als pulsiere das satte Lila, würde atmen, pochen wie ein Herz, doch als er sich die Augen rieb und erneut hinsah, lag die Brandtaucher still da und glänzte im Lichtschein des U-Bootes wie ein Juwel.
Kurzeindruck
Nicht alles sollte man nutzen – oder wecken … gruselig!
___

Aconitum Napellus – Dunkelblaues Gift von Ashly Kalandur
Zitat
Alexander bemerkte den fragenden Blick seines Gegenübers und räusperte sich laut. Er wusste, er hätte gegen das Vorgehen des Alten schimpfen müssen. Er ahnte, dass Okhotnik genau dies von ihm verlangte, doch Alexander spürte auch, dass der Professor das Richtige getan hatte. Er konnte ihm nicht böse sein.
Kurzeindruck
Wie das Schicksal manchmal so spielt – es nimmt verschlungen Pfade und seltsame Wege …
___

Ein Traum in Königsblau von Dennis Frey
Zitat
Ihre plötzlich verschlossene Miene verriet Henri mehr, als er hatte wissen wollen. Er war sich mit einem Mal sicher, dass ihr Großvater tot war – und dass der gute Catinot nicht an Altersschwäche gestorben war.
Kurzeindruck
Tja, einer Frau – egal, welcher Rasse und Gattung – einfach mal drei Wünsche frei geben? Oh oh …
___

Das Türkis des vergessenen Sommers von Sabrina Železný
Zitat
So sah es also aus. Nur ein kurzer Blick, aber jetzt kannte sie die Farbe, die ihr Großvater so geliebt hatte. Jetzt konnte sie Milo davon erzählen, auch wenn es schwer sein würde, Worte zu finden.
Kurzeindruck
Die Gier der Menschen scheint unergründlich … Sommertürkis – wunderschön!
___

Hellbraun – Leben und Tod von Daniel Schlegel
Zitat
Edgars Herz raste, das Blut rauschte in seinen Ohren. Zweifellos, das war sie. Erikssons Farbe.
Kurzeindruck
Wer anderen eine Grube gräbt …
___

Die bronzene Silbermünze von Daniel Huster
Zitat
Und jetzt erkannte auch Oskar den eigentümlichen Geruch. Es war der süßliche Duft von getrocknetem Blut.
Kurzeindruck
Seven, Eleven – it’s magic. Isn’t it?
___

Die graue Einöde des Vergessens von Fabian Dombrowski
Zitat
„Wir werden bis in die Ewigkeit beieinander sein“, flüsterte die Schildmaid ein letztes Mal.
Kurzeindruck
Das Glück liegt in der Zukunft, oder doch in der Vergangenheit?


MEIN FAZIT
Eine ausgewogene und fesselnde Kurzgeschichtensammlung, die sich nicht verstecken muss. Ich finde, sie sollte viel öfter gelesen werden. Wir haben hier die Faszination der Technik, gepaart mit deren Gefahren, menschlichen Abgründen, Hoffnungen und vortreffliche Elementen aus der Fantasie. Gleichermaßen geeignet für tiefgründige Gedanken oder einfaches Lesevergnügen, je nach eigenem Gutdünken :)
Gerne hätte ich hier die Höchstwertung vergeben, doch ein winziges Manko gab es – den bunten Text. Alle zwei Seiten war er leider furchtbar unscharf und das Lesen wurde erheblich erschwert. Ich denke, diese Problem gibt es aber seit der neuen Auflage nicht mehr ;)

MEINE BEWERTUNG
Hier gibt es 5 von 5 Zahnrädchen
©Teja Ciolczyk, 01.10.2017

Montag, 2. Oktober 2017

REZENSION: "Wyvern 2: Die Leidenschaft des Reiters" von Veronika Serwotka aus dem Eisermann Verlag


Der Lärm, der folgte, war größer, als alles, was Fyrndolf bis dahin erlebt hatte. Jeder einzelne Zuschauer klatschte frenetisch in die Hände, trommelte mit den Beinen auf den Boden, schrie aus ganzer Leibeskraft. Die Arena erbebte durch Tausende Stimmen und erfüllte die Nacht über der Steppe mit einem Schrei, wie aus einer einzigen übermenschlichen Kehle.
(Zitat aus Wyvern: Die Leidenschaft des Reiters von Veronika Serwotka)



Das Buch „Wyvern: Die Leidenschaft des Reiters“ von Veronika Serwotka ist im Oktober 2017 beim Eisermann Verlag erschienen. Es ist als eBook und Print erhältlich.


Wyvern 1: Das Streben des Jägers *klick*



Eine Fortsetzung, die den ersten Teil sogar noch übertrifft. Die Geschichte und die Emotionen gehen tiefer und nehmen den Leser mit auf eine geniale Reise in die Welt der Wyvern, der uralten Feindschaft und neuen Freundschaft. 


»Aber wie wollt ihr, eine Gruppe von vielleicht fünfzig Reitern, diese Stadt einnehmen? Mach dich doch nicht lächerlich. Ihr müsst einen anderen Weg dafür wählen, die Wyvern zu befreien.« »Ha, es gibt keinen anderen Weg.« »Doch. Frieden.«
Tarik van Cohen hat die Prüfung zum Jäger endlich bestanden, doch feiern kann er diesen Erfolg nicht. Sein kleiner Bruder ist verschwunden, und das kann nur eines bedeuten: Quirin muss zu den legendären Reitern aufgebrochen sein, um seinen Jungwyvern in Sicherheit zu bringen.
Während Tarik ihm überhastet folgt, wird in Canthar ein Anschlag auf den Bürgermeister verübt. Auf der Suche nach den Tätern findet dessen Tochter Fajeth heraus, dass nicht jeder das Vorhaben ihres Vaters unterstützt, Frieden mit den Reitern zu schließen. Doch nicht nur in Canthar drängen sich unschöne Wahrheiten ans Licht. Im Roten Gebirge müssen Tarik und Quirin feststellen, dass auch die Reiter nur Menschen sind – und Menschen können grausam sein.


Was ich an Band 1 geliebt habe, hat Veronika Serwotka hier noch gesteigert. Ich bin wirklich froh, dass Band 2 halten kann, was ich mir erhofft habe. Die Geschichte geht deutlich tiefer, die Emotionen und Handlungen der Charaktere ziehen wundervoll mit und runden die Atmosphäre der Geschichte stimmig ab.

Die Beschreibungen der Umgebung sind ein Kunststück. Sie sind detailgetreu und doch nicht überladen. Sie zaubern mir ganze Szenen vor Augen und lassen mich an der Geschichte teilhaben. Zum Leidwesen meines armen Herzens – denn es geht ab und an sehr aufregend zu ;)

Für eine ausgewogene Spannungskurve, die sich mit ruhigeren Passagen abwechselt, ist gesorgt. Das ganze Lese-Erlebnis hat mich hier einfach abgeholt und mitgerissen. Ich hatte Gänsehaut, Tränen in den Augen. Ich liebe es einfach, wenn ich so dabei sein darf. Die Autorin erzählt uns Lesern nichts, sie lässt es uns erleben – ein wichtiger Unterschied, der hier die ganze Szenerie belebt.

Tarik, Fajeth, Quirin – sie alle gewinnen an Hintergrund. Man kommt ihnen noch näher und bemerkt hier noch einmal mehr, wie unterschiedlich sie alle sind. Wie im echten Leben. Sie wirken weder gestelzt, noch nachgeahmt.

Besonders schillernd und vielschichtig ist Everard von Feinster – seines Zeichens Barde. Wir kennen ihn bereits aus Band 1. Ein Mann, der mehr ist, als man auf den ersten Blick denken mag. Bei ihm bin ich eigentlich am meisten gespannt, wie er sich in Band 3 entwickeln wird. Wobei sein Zögling Fyrndolf nicht minder interessant ist.

Es ist einfach ein starkes und tragendes Charaktergeflecht, das Veronika Serwotka zum Leben erweckt hat.


Band 2 „Die Leidenschaft des Reiters“ legt hier ordentlich was drauf – denn die Leidenschaft der Autorin kann man in jeder Zeile erkennen. Die Grundidee der Story wurde gekonnt weitergeführt und lässt mich nun frustriert zurück – ich muss nämlich noch sehr lange warten, ehe ich weiterlesen kann^^


5 von 5 Zahnrädchen
©Teja Ciolczyk, 30.08.2017 


Samstag, 30. September 2017

REZENSION: "Der Totengräbersohn 2" von Sam Feuerbach - Self-Publisher


<< Stell mir nie wieder diese Frage. 
„Wie? Ob wir die Pforte aufbekommen?“ 
Ein Stöhnen. Nein, ´Ekel, schaffen wir das?‘.>>
Zitat aus „Der Totengräbersohn 2“ von Sam Feuerbach


Das Buch „Der Totengräbersohn 2“ von Sam Feuerbach ist erstmals Juni 2017 erschienen. Es wurde von dem Autor selbst herausgebracht und ist als eBook und Print erhältlich. Es handelt sich hier um den 2. von derzeit 3 geplanten Bänden.


Der Totengräbersohn 1 *klick*


Sagenhafte Fortsetzung für Farin, den Totengräbersohn. Geistreicher Humor gepaart mit erstklassiger Fantasy, Dämonen, Rittern und Intrigen!


Er ist der Einzige, der ihn verhindern kann. Den Verlust, den Umbruch, den Niedergang. Nur weiß das niemand – nicht einmal er selbst. In Nabenstein steigt der Preis auf Aross' Kopf von Tag zu Tag. Ausgerechnet in höchster Gefahr kommt sie dem Geheimnis ihrer Herkunft näher. Ritter Emicho lässt sich auf ein Spiel ein, das er nicht gewinnen kann. Er verliert es.


Wahnsinn, ich bin einfach verliebt in diese Bücher. Sam Feuerbach ist für mich ein Künstler des Humors und ebenso darin, ebendiesen Humor mit einer absolut gekonnten Umsetzung in die Fantasie einzubetten. Ein Schlagabtausch jagt den anderen, mal eher tiefgründig, dann wieder humorvoll, zynisch, ironisch. Hier wird einfach alles bedient, um den sonst eher düsteren Lesestoff für mich als Leserin greifbar und vor allem sehr genießbar zu machen. Ok, das ist die Untertreibung schlecht hin. Dieses Buch gehört, genau wie Band 1, zu meinen Jahreshighlights!

Die Atmosphäre vor einem mittelalterlichen Setting, inmitten von Intrigen, Rittern, Königen und den Nekorern in ihrer ganzen Ausgeburt, macht das Ganze noch grandioser. Ich liebe es, wenn man Emotionen, Handlungen und die Umgebung nicht nur liest, sondern sich mitten hineinversetzt fühlt.

Einen großen Anteil an diesem Wohlfühlbuch sind die schillernden und lebensechten Charaktere. Ich liebe Emicho, ehrlich. Und auch Ekel kann sich meines Wohlwollens gewiss sein – ob er will, oder nicht^^ Farin muss man einfach in sein Herz schließen. Aber mein Liebling ist Ki, lest selbst, Ihr werdet schnell wissen, weshalb :)

Und dann Aross, direkt in meiner Nähe, würde mich dieses standhafte und bisweilen sehr aufmüpfige Mädchen von 14 Lenzen sicher ziemlich zur Weißglut treiben. Aber im Buch finde ich sie einfach klasse – herzerfrischend und eine Bereicherung für die Story.

Das komplette Gefüge aus der stimmigen Atmosphäre, den vielschichtigen Charakteren und der gewollten Teilnahme der Leser macht diese Geschichte zu etwas Besonderem. Fantasy, wie man sie leider nur selten zu lesen bekommt.

Sicher wäre hier eine grandiose Verfilmung in Aussicht, aber besser, wenn das nicht passiert. Ich möchte die Stimmung dieser Reihe ungern zunichtegemacht sehen. Aber geeignet wäre sie dreimal! ;)


Ich kann es kaum erwarten, Band 3 in meine Finger zu bekommen. Ich bin doch sehr gespannt, wie die ganze Sache um den Totengräbersohn ausgehen wird. Und ich vermisse jetzt schon die einzigartige Stimmung aus Sam Feuerbachs Geschichte. Eine unbedingte Empfehlung von Kennern und Liebhabern der anspruchsvollen Fantasie in ihrer humorvollen und doch düster angehauchten Art. Und wenn ich bei Band 1 schon Fan von Sam Feuerbach war, so bin ich nun ein begeisterter und höchst zufriedener Fan geworden, der bleibt und sich auf das nächste Buch des Autors freut :) 


Höchstwertung
Hier gibt es 5 von 5 goldenen Zahnrädchen!
©Teja Ciolczyk, 29.09.2017